Generationenberatung 50plus: Themen und Beratungsgrenzen des Finanzdienstleister

30.06.2016

Generationenberatung 50plus: Themen und Beratungsgrenzen des Finanzdienstleister
Monkey Business Images/www.shutterstock.com

Immer mehr Finanzdienstleister wenden sich der Beratung einer Zielgruppe zu, die bisher häufig vernachlässigt wurde, der Generation 50plus. Für Menschen in der zweiten Lebenshälfte ist es wichtig, rechtzeitig an Verfügungen, Vollmachten und an das Thema Erbschaft zu denken und dazu kompetente Informationen zu erhalten.

In einer Generationenberatung wird in der Regel ein Überblick über die Vermögenssituation erstellt, die vorhandenen Versicherungsverträge überprüft und der aktuellen und künftigen Lebenssituation angepasst. Wichtig ist, dass im Beratungsgespräch aber auch Fragen geklärt werden wie: Existiert eine Patientenverfügung und sind Vorsorgevollmachten erstellt? Sind diese juristisch korrekt formuliert? Gibt es einen Notfallordner, in dem die wichtigsten Unterlagen, Adressen, Passwörter und Ansprechpartner zu finden sind? Wo sind die Vollmachten und Verfügungen hinterlegt? Gibt es ein Testament, ist dieses korrekt verfasst und wo wird es verwahrt? Fällt möglicherweise Erbschaftssteuer an und ist dafür Vorsorge getroffen?

Bei diesen Themen kann der Generationenberater schnell an die Grenzen seiner Tätigkeitserlaubnis kommen. Was gehört zur Generationenberatung und wo muss ein anderer Berater eingeschaltet werden? Hinweise zur steuerlichen Handhabung bei Kapitalerträgen oder Vermögenszufluss aus einer Erbschaft darf der Generationenberater geben, für die steuerliche Beratung muss aber ein Steuerberater hinzugezogen werden. Bei Vollmachten und Verfügungen dürfen Hinweise auf die Notwendigkeit und auch auf Möglichkeiten zum Download von Vordrucken gegeben werden, die Beratung dazu ist aber Rechtsanwälten vorbehalten. Die Übertragung von Immobilienvermögen muss grundsätzlich notariell erfolgen. Auch die Beratung zum Erstellen eines Testaments darf nur vom Anwalt oder Notar durchgeführt werden.

Der Generationenberater koordiniert aber, dass alle anstehenden Themen im Sinne des Kunden angegangen und abgeschlossen werden. Er ist derjenige, der den Überblick über mögliche Risiken, Versorgungslücken und weitere nicht kalkulierbare Wechselfälle des Lebens hat.